
Raum 01 - 216
Jakob-Welder-Weg 9 (ReWi I)
E-Mail: oemrich@uni-mainz.de
Sprechstunde:
nach vorheriger Vereinbarung mit dem Lehrstuhlbüro
Kurzlebenslauf (CV):
Emrich, Oliver, Univ. - Prof. Dr. (geboren 1978), Management & Soziale Medien
Forschungsgebiete: Management, Soziale Medien, Nachhaltigkeit, Marketing, Handel
Akademischer und beruflicher Werdegang:
Seit 2016
Universitäts-Professor für Management, insbesondere Soziale Medien, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2012 - 2016
Assistenzprofessor für Distributionsmanagement und E-Commerce, Universität St. Gallen
2012 - 2015
Ausbildungsprogramm Hochschuldidaktik (CAS-Zertifikat), Universität St.Gallen
2011 - 2012
Visiting Scholar, MIT Sloan School of Management und Post-Doc beim Forschungszentrum für Handelsmanagement, Universität St.Gallen
2007 - 2011
Dissertation (Ph.D.): "Cross-Channel Management – Kompetenzen, Instrumente und Erfolgspotenziale", Universität St. Gallen
2007
Abschluss als Diplom-Kaufmann in Betriebswirtschaftslehre mit einer Spezialisierung in Marketing und Marktforschung, Controlling und Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universität Köln
Auszeichnungen:
2021
SERVSIG Best Service Article Award der American Marketing Association für den besten Artikel in der Service-Literatur, der innerhalb eines Kalenderjahres [2020] veröffentlicht wurde.
2021
RAPSIG Best Retail & Pricing Paper Award der American Marketing Association zur Würdigung einer Arbeit [Jahr: 2019], die einen bedeutenden Beitrag zur Literatur im Bereich Einzelhandel oder Preisgestaltung geleistet hat.
2020
William R. Davidson Award für den besten Artikel, der im Journal of Retailing veröffentlicht wurde [Jahr: 2019].
2018
Finalist für den Paul E. Green Award für den besten Artikel, der im Journal of Marketing Research veröffentlicht wurde (Jahr: 2017) und der das größte Potenzial demonstriert, maßgeblich zur Praxis der Marketingforschung sowie zur Forschung im Marketing beizutragen.
Aktuelle Aktivitäten und Schwerpunktbereiche:
Forschung
Oliver Emrich‘s Forschung beruht auf komplexen experimentellen Daten, die häufig aus Feldversuchen stammen, und treibt experimentelle Methoden zur Messung und Manipulation voran. Sein langfristiges Ziel ist es, Unternehmen und Organisationen mit einem nachhaltigen Fokus dabei zu unterstützen, ihre einzigartigen Beiträge für die Gesellschaft und die Natur in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln.
Personalisierung und neue Technologien
In einer Reihe von Forschungsprojekten, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG Projektnummer 425047887) gefördert wurden, hat Oliver Emrich in einem Forschungsteam mit seinen Doktorand:innen untersucht, wie Kundendaten genutzt werden können, um Marketing auf den individuellen Lifestyle von Konsument:innen anzupassen, zukunftsorientierte Geschichten zum Klimawandel unmittelbarer erfahrbar zu machen und Produktempfehlungen auf Produkte zuzuschneiden, die Konsument:innen bereits besitzen. Weitere Forschungsarbeiten untersuchen psychologische Mechanismen, über die Virtual Reality, Influencer-Videos, Social-Media-Werbung und generative künstliche Intelligenz das Konsumentenverhalten prägen.
Kreative experimentelle Methoden im Feldexperiment
Im Rahmen dieser Projekte wurde ein symbolbasiertes Inventar zur impliziten Messung persönlicher Werte entwickelt und in einem Feldexperiment mit dem Naturschutzbund (NABU) eingesetzt, um Konsumentinnen und Konsumenten mit eher zurückhaltenden Einstellungen zum Klimaschutz dazu zu motivieren, klimafreundliche Initiativen zu unterstützen. In einem weiteren Forschungsprojekt wurden Musikstimuli entwickelt, um gemischte/positive/negative emotionale Impulse mit hochgradig kontrollierten Stimuli zu induzieren, wobei nur wenige musikalische Parameter variiert und andere kompositorische Merkmale konstant gehalten wurden. Diese Musikstimuli wurden in einem Feldversuch mit einem Teehändler und in Online-Experimenten getestet, um zu zeigen, wie gemischte Emotionen die Produktwahl kontextuell beeinflussen können.
Customer-Journey-Management für Wettbewerbsvorteile
Die Forschung berücksichtigt auch die Phasen der Customer Journey in digitalen und physischen Umgebungen; beispielsweise die Aktivierung von Konsument:innen mit geringer Markenbindung durch offene Narrative in sozialen Medien (Vorkaufphase), den Einsatz besonders auffälliger visueller Reize zur Förderung von Verbundkäufen (Kaufphase) sowie die Reduktion von Retouren bei Mehrfachbestellungen durch soziale Normen (Nachkaufphase).
Lehre:
Oliver Emrich’s Kurse sind eng mit seinen Forschungsaktivitäten verknüpft und umfassen Digital Marketing, Omni-Channel Management, Konsumentenpsychologie, Nachhaltigkeit und soziale Medien. Seine Kurse zeichnen sich durch einen Mix aus thematischen Impulsen mit modernen lerndidaktischen Methoden, wie kontinuierlichen Teamprojekten, Flipped Classroom-Elementen und kreativen Transferaufgaben aus.
Neues Kursangebot „Nachhaltige Produkt- und Konsumentscheidungen“ (Bachelor-Pflichtkurs):
Nachhaltigkeit wird für deutsche Unternehmen immer relevanter, da ökologische Veränderungen deren Ziele und Möglichkeiten zunehmend beeinflussen. Mit dem Kurs „Nachhaltige Produkt- und Konsumentscheidungen“ soll eine Transition gelingen, damit nachhaltige Erwägungen zum Pflichtbestandteil der Ausbildung für angehende Manager:innen in der Betriebswirtschaftslehre werden. Studierende sollen in Teams entlang der Vorlesungsinhalte ein Konzept für ein nachhaltiges Projekt erarbeiten und umsetzen, welches sie als Prüfungsleistung in Form von zwei Präsentationen darlegen. Die Projekte beziehen sich auf die Unterstützung von regionalen Umweltschutzprojekten des Naturschutzbundes (NABU), welche von den Studierenden durch Kommunikationskonzepte in sozialen Medien begleitet werden sollen. Da interaktive Lehrformate vorwiegend in kleineren Gruppengrößen erprobt sind, steht dieser Pflichtkurs mit rund 180 Studierenden vor besonderen Herausforderungen. Die Vorlesungsimpulse werden daher didaktisch so gestaltet, dass Leitfragen und interaktive Bausteine die Teams systematisch bei der Projektentwicklung unterstützen. Dieses Projekt wurde von dem Gutenberg Lehrkolleg der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit einem Lehrfreisemester ausgezeichnet und besonders gefördert.
Ausgewählte Lehrveranstaltungen:
„Decision-Making and Consumer Psychology” (Master): Vorlesung über psychologische Mechanismen und Auswirkungen der Verarbeitung unbewusst wahrgenommener Reize aus Einkaufsumgebungen und sozialen Umgebungen mit interaktiven Gruppendiskussionen.
„The Fabrics of Dreams: Cultural Creation, Consumer Trends, and Social Media” (Master): Vorlesung über die Entstehung von Trends aus ökonomischer, kultureller und ästhetischer Perspektive, bei der Studierende ein Blog-Projekt entlang der Vorlesungsinhalte als zusätzliche Prüfungsleistung publizieren.
„Cross-Channel Management” (Master): Vorlesung über die Koordination von Vertriebs- und Kommunikationskanälen, bei der Studierende in Teams eine Start-Up Idee entlang der Vorlesungsinhalte zu einem Konzept ausarbeiten, präsentieren und ein Feldexperiment als zusätzliche Prüfungsleistung konzipieren.
„Digital Marketing” (Bachelor): Vorlesung über das Management von digitalen Marketing-Instrumenten und Kommunikations- und Vertriebskanälen mit interaktiven Gruppendiskussionen.
„Design Thinking – Management von kreativen Konzepten” (Bachelor): Projektseminar, bei dem Studierende Design Thinking-Methoden auf reale Problemstellungen von Unternehmen und Organisationen anwenden und in Teams eine konkrete Lösung entwickeln und testen.
„Zukunftsszenarien digitaler Technologie” (Master): Seminar, bei dem Studierende mithilfe von Szenario-Methodik, Kreativitätstechniken und kreativem Schreiben die Auswirkungen einer identifizierten Schlüsseltechnologie auf einen wirtschaftlich relevanten Bereich der Zukunft projezieren.
„Netnography“ (Master): Seminar, bei dem Studierende mit dem qualitativen Konzept der Netnography Einblicke in Phänomene in sozialen Medien systematisch anhand von adaptierten ethnographischen Methoden sammeln und analysieren.
„Bachelorseminar Social Media: Bridging Management and Science” (Bachelor): Seminar zur Vorbereitung von Experimentalmethodik als Forschungsansatz für wissenschaftliche Arbeiten.
Aktuelle Arbeitspapiere:
Visual Salience of Food Cues Using Digital Technologies and Their Impact on Purchase Intention for Complementary Products (with Elena Höfer, Mara Ortner, Heiner Evanschitzky, Frank Huber), Status: In Begutachtung (zweite Begutachtungsrunde).
Open Endings in Narrative Social Media Advertising (with Christoph Thomson, Florian Rutkowski, Oliver Malms), Status: Revise & Resubmit (erste Begutachtungsrunde).
Feeling Mixed, Choosing Mild? Contextually Activated Emotions Affect Consumer Choice in Online Product Recommendation Settings (with Jana-Verena Gerhart), Status: In Begutachtung (erste Begutachtungsrunde).
Customer Inspiration with Personalized Lifestyle Content (with Dennis Herhausen, Tim Böttger, Leonard Lee), Status: In Überarbeitung.
Personalizing the future impact of climate protection: a field experiment targeting individuals with weaker climate protection attitudes (with Kristin Petras and Lukas Kutscher), Status: Arbeitspapier, vor Einreichung.
Tackling Excessive Product Returns: How the Right Message Reduces Returns from Multi-Item Orders (with Siham El Kihal, Samuel Stäbler, Thilo Pfrang), Status: Arbeitspapier, vor Einreichung.
Personalizing Ownership – Consumer Response to Recommendation Sets Featuring Owned Products (with Christoph Thomson), Status: Arbeitspapier, vor Einreichung.
Ausgewählte Publikationen:
Broekhuizen, T. L. J., Emrich, O., Gijsenberg, M. J., Broekhuis, M., Donkers, B., & Sloot, L. M. (2021). Digital platform openness: Drivers, dimensions and outcomes. Journal of Business Research, 122(1), 902-914.
Herhausen, D., Emrich, O., Grewal, D., Kipfelsberger, P., & Schoegel, M. (2020). Face forward: How employees’ digital presence on service websites affects customer perceptions of website and employee service quality. Journal of Marketing Research, 57(5), 917-936
Herhausen, D., Kleinlercher, K., Verhoef, P. C., Emrich, O., & Rudolph, T. (2019). Loyalty formation for different customer journey segments. Journal of Retailing, 95(3), 9-29.
Kleinlercher, K., O. Emrich, D. Herhausen, P. Verhoef, and T. Rudolph (2018): Websites as Information Hubs – How Informational Channel Integration and Shopping Benefit Density Interact in Steering Customers to Physical Stores. Journal of the Association of Consumer Research (JACR), 3(3), 330-342.
John, L. K., D. Mochon, O. Emrich, and J. Schwartz (2017): What’s the Value of a Like. Harvard Business Review, 108-115.
John, L. K., O. Emrich, M. I. Norton, and S. Gupta (2017): Does “Liking” Lead to Loving? The Impact of Joining a Brand’s Social Network on Marketing Outcomes. Journal of Marketing Research, 54(1), 144-155.
Emrich, O., and P. Verhoef (2015): The Impact of a Homogenous Versus a Prototypical Web Design on Online Retail Patronage for Multichannel Providers. International Journal of Research in Marketing, 32(4), 363-374.
Emrich, O, M. Paul, and T. Rudolph (2015): Shopping Benefits of Multichannel Assortment Integration and the Moderating Role of Retailer Type. Journal of Retailing, 91(2), 326-342.
Evanschitzky, H., O. Emrich, V. Sangtani, A. Ackfeldt, M. J. Arnold, and K. E. Reynolds (2014): Hedonic Shopping Motivations in Collectivistic and Individualistic Consumer Cultures. International Journal of Research in Marketing, 31(3), 335-338.
Mitgliedschaften:
Mitglied des Editorial Review Board of Journal of Business Research, Mitglied von
Interdisciplinary Public Policy, Mitglied von Deutscher Hochschulverband (DHV) und Verband der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB).